Erfurt braucht Kulturquartiere

am 15.05. 2014 hielten wir eine öffentliche Mitgliederversammlung ab und kamen dabei zu dem eindeutigem Ergebnis, dass der Verein KulturQuartier Petersberg seine Arbeit fortsetzen wird.

Die Resonanz bei der öffentlichen Mitgliederversammlung sprach für sich: Gut 60 Personen – neben Vereinsmitgliedern auch potentielle Genossenschaftsmitglieder, Unterzeichner der Petition sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger – kamen im Vortragsraum der Engelburg zusammen, um über die Zukunft des Vereins zu beraten.

Schnell war klar, dass die Frage nicht lauten kann „ob“ der Verein seine Arbeit fortsetzt, sondern „wie“. Wenngleich der eine Vereinszweck, eine dauerhafte Belebung des Petersberges durch die Entwicklung der Defensionskaserne als KulturQuartier derzeit nicht durchsetzbar ist, so wurde doch deutlich, dass der andere Vereinszweck, die Schaffung eines Raumes für Kreative und Kulturschaffende, weiterhin wichtig ist.

Dieser Raum muss angemessen sein – von daher, auch da herrschte Einigkeit, kommt eine Nutzung von nicht einmal 15 Prozent der Defensionskaserne nicht in Frage. „Die Öffentlichkeit, der Oberbürgermeister und viele Erfurter Politiker haben in den letzten Wochen wiederholt geäußert, dass sie sich ein Fortbestehen des Vereins wünschen. Diesen Auftrag nehmen wir ernst!“, sagt Vereinsvorsitzende Tely Büchner. „ Wir werden eine Arbeitsgruppe bilden, die sich mit der konkreten Besichtigung verschiedener Objekte befasst. Eine Liste möglicher Objekte werden wir der Stadtverwaltung zeitnah vorlegen und um die Vermittlung von Kontakten bitten, sofern sich diese nicht in Eigentum der Stadt befinden.“

Mögliche Quartiere, Gebäude und Netzwerke wurden genannt aber auch weitere Aktionen und Veranstaltungen diskutiert. Im Ergebnis der Vereinssitzung werden diese gebündelt und im Anschluss genauer unter die Lupe genommen. Der Vereinsvorstand freut sich über Vorschläge und Hinweise bzgl. geeigneter Objekte. „Wenn wir keine Räume für Kreative und Kulturschaffende befördern, werden wir die jungen Menschen, die aktuell in Erfurt leben nicht dauerhaft halten können“, stellt Tely Büchner fest. Erfurt hat großes Potential und die Möglichkeit, überregional Akzente zu setzen. Diese Chance war selten so groß wie jetzt.

Nach der inhaltlichen Diskussion gestern Abend werden die formalen Kriterien, wie Änderung des Vereinsnamens und der Satzung in einer gesonderten Vereinssitzung beraten. Jetzt ist es erst einmal wichtig, die begonnene Arbeit fortzusetzen. Ziel ist es, dass sich in der Landeshauptstadt Erfurt ein KulturQuartier entwickelt, dass sich die vorhandenen Kreativen und Kulturschaffenden noch besser vernetzen, dass dieser Bereich weiter wächst, auch überregional, und dass die hier lebenden Menschen Angebote vorfinden, die sie gerne nutzen und auf die sie stolz sein können, weil sie einer Stadt wie Erfurt, die sich gerne weltoffen und modern präsentiert gut zu Gesicht stehen.

dazu hier auch ein Artikel der Thüringer Allgemeinen vom 17.05. 2014

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